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Ostseetaucher
 
Am liebsten fühle ich mich tief unter Wasser......Tiere fühlen was tief in mir ist,in wirklichkeit bin ich ein einsamer Mensch und obwohl ich es immer wieder aufs neue versuche,kann ich daran nichts ändern!
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alles von vorne nur schlimmer Dec 28, 2009 7:21 am
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Hallo alle zusammen,
ich hoffe ihr habt alle ein schönes ruhiges Weihnachtsfest verlebt und seit reichlich beschenkt worden!
Ich bin schon vor dem Heiligen Abend beschenkt worden aber leider nicht so wie ich es mir erhofft hatte.Am 12.12. an meinem Geburtstag bekam ich plötzlich so starke Oberbauchschmerzen das ich fast die Wände hoch gerannt wäre.Sie hielten fast sechs Stunden an,begleidet mit starken Schweißausbrüchen und erbrechen.Am anderen Morgen ließen die Schmerzen auf ein erträgliches Maß nach und ich konnte erst einmal wieder aufatmen.Am 15.12.hatte ich dann den Besprechungstermin bei meinem Arzt und was dabei herauskam zog mir fast die Füße vom Boden.Er war erst einmal unsagbar erbost über die Ärzte in Hannover und was sie an mir "verpfuscht"haben.Dann sprachen wir über die vergangene Untersuchung in der Sanaklinik.Sie hatten dabei festgestellt,dass ich im laufe eines Tages 401 X Refluxe hatte,die meißten in der Nacht und der längste andauernte Reflux brachte es zu sage und schreibe 136 Minuten!Ein erschreckendes Ergebnis,wie ich finde.Nachdem was die Ärzte in Hannover getan oder auch nicht getan haben ist jetzt eine erneute OP unausweichlich geworden und diese muß so schnell wie möglich stattfinden,so mein Arzt hier in Lübeck.
Er wird sich nach den Feiertagen verstärkt einbringen und vor allem das kein "Scharlatan"mich noch mehr versaut,so hatte er sich ausgedrückt.Ich hatte ihn so noch niemals in den vielen Jahren die wir uns kennen erlebt!
So beginnt das ganze Theater von vorne und das nächste Jahr ist schon im Grunde wieder vorbei,bevor es erst richtig beginnt,es ist zum schreien!
So muß ich jetzt erst einmal sehen das ich meine Schmerzen soweit in den Griff bekomme,dass ich es bis ich in die Klinik komme,aushalten kann.
Ich hätte euch allen etwas schöneres über mich berichtet aber es sollte halt nicht sein,langsam frage ich mich was ich verbrochen habe!
So bleibt mir nur übrig euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr zu wünschen und ich hoffe inständig das wir uns hier wiedersehen bzw. wiederlesen!

lieben Gruß Dietmar
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Christstollen.........wie lecker Dec 11, 2009 8:35 am
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Hallo alle zusammen,
erst einmal vielen vielen lieben Dank für den tollen und leckeren Christstollen,ich habe mich ganz tolle gefreud!
Diejenige weis sicherlich das sie gemeind ist,da gehe ich mal davon aus!
Ansonsden geht es mir einigermassen gut,nächste Woche habe ich ja das Gespräch beim Arzt wegen der Untersuchung im Oktober,bin gespannt,ob ich nun noch einmal operiert werden muß,ich gehe mal davon aus!Wir werden sehen.
Morgen habe ich zu meinem Ehrentag auch noch Weihnachtsfeier bei der Wasserwacht,da wird es am Abend sicherlich spät werden aber es ist eine schöne abwechslung!
Ansonsden werde ich wie immer diesen Tag allein und in Ruhe verleben,was mir nicht immer gut gelingt.
Ich wünsche euch allen einen schönen dritten Advend

lieben Gruß Dietmar
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Adventsgruß Dec 6, 2009 5:33 am
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Hallo alle zusammen,
bevor sich jemand von euch unnötig Sorgen machen sollte,möchte ich mich hiermit melden und sagen,dass soweit alles OK ist!
Ich bin in der letzten Zeit relativ stark damit beschäftigt einer Bekannten damit zu helfen,ihren Haushalt und was so anfällt am Tage zu erledigen.Sie hat einen Unfall gehabt bei dem sie sich das Sprunggelenk zwei mal gebrochen hat und dementsprechend zu Hause selber nicht tun kann.Ausserdem bringe ich sie noch zum Arzt oder zur Krankengyminastik,weil das mit Rollstuhl schon schwierig ist.So habe ich Tag ein und Tag aus bis abends zu tun und das ist auch gut so!
Dabei habe ich euch aber nicht vergessen zumal jetzt ja auch wieder die Adventszeit angebrochen ist.
Ich wünsche euch allen einen schönen ruhigen zweiten Advent!

lieben Gruß Dietmar
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Untersuchung und noch mehr.... Nov 7, 2009 4:24 am
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hallo alle zusammen,
am Donnerstag war ich im Krankenhaus zur Druck-Manemetrie und zur PH- Bestimmung.Diese Untersuchung wird ohne Betäubung durchgeführt,was die Sache nicht gerade einfach macht.Für mich ist es jedenfalls ein Horror,nur daran zu denken,einen Schlauch zu schlucken und hier mußte ich gleich zwei nacheinander reinwürgen,wobei der zur Messung des PH-wertes für 24 Stunden liegen bleibt!
Allein das Spray in den Rachenraum ist schon mehr wie ekelig,wo ich am liebsten durch gehen würde,was natürlich nicht geht.Doch die Würgerei nahm damit seinen Anfang.Die Fortsetzung nahm dann der Schlauch für die Druckmanemetrie! Es ist einfach eine einzige Quälerei,die scheinbar kein Ende findet.Dann der Schlauch für den PH- wert,der auch nicht einfacher war,weil sich der Schlauch in der Speiseröhre verhakte und nicht in den Magen wollte.Nach unendlich scheinenden Versuchen gelang es dann unter mithilfe des Röntgengerätes den Schlauch zu platzieren und zu fixieren.Ja und dieser Schlauch blieb dann bis gestern Nachmittag drinnen und ich versuchte zu Hause alles mögliche um nur nicht daran zu denken.Die letzten Stunden zogen sich ewig hin und ich war dann richtig froh als ich zum Krankenhaus fuhr.Gegen 3 Uhr wurde mir dann der Schlauch wieder gezogen,jetzt heißt es warten bis das Aufzeichnungsgerät ausgewertet ist.Ich gehe davon aus das das erst mitte nächste Woche soweit ist und ich ein Ergebnis bekomme.
Heute am späten Nachmittag ist dann auf dem Flughafen Blankensee in Lübeck die Katrastrophenschutzübung an der ich im Rahmen meiner Sanitätsausbildung teilnehmen muß.Bin gespannt was da alles auf uns zu kommt.Ja und morgen ist dann der letzte Teil der theoretischen Ausbildung angesagt.Die Prüfung soll dann mitte nächste Woche statt finden und alle auch ich die an dieser Ausbildung teilnehmen sind schon recht nervös und aufgeregt!

so wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende

lieben Gruß Dietmar
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Lernen und Untersuchung Nov 2, 2009 6:59 am
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Hallo alle zusammen,
neue Woche neues Glück oder so ähnlich sagt man doch,oder?
Am Samstag war ich ja wieder zum Sankurs,der allerdings nur bis Mittag ging und anschließend mußten wir alle die am Kurs teilnehmen,zum Fußballspiel Lübeck- Babelsberg!So frei nach dem Motto,Erfahrungen sammelt man nur wenn man aktiv Dienst macht.
Ausser das es sehr kalt war,hatten wir dann auch ein paar Gelegenheiten uns zu beweisen.Eine verstauchte Hand,ein Kind mit Magenschmerzen und ein Alkoholopfer,aber egal es gab zumindest ein gutes Gefühl etwas sinnvolles getan zu haben.
Am Sonntag war dann wieder normaler Untericht angesagt und als ich Abend dann nach Hause fuhr war ich doch ziehmlich geschaft.Nächstes Wochenende haben wir dann am Lübecker Flughafen eine Katrastrophenübung und auf den darauf folgenden Sonntag das letzte mal Untericht.Dann kommt die Prüfung unter der darauf folgenden Woche!
Morgen nun habe ich die Untersuchung hier im Lübecker Krankenhaus und ich hoffe das dass dann schnell vorbei geht.Da ich keine Säureblocker mehr einnehmen darf bis nach der Untersuchung,ist mir jetzt schon mullmig zu Mute.Denn das sind dann Schmerzen,die kann sich keiner Vorstellen,der sie nicht selber mal hatte und ich hoffe das die Zeit dann recht schnell vorbei geht!Aber auch ich bin gespannt,ob sich der PH- wert verändert hat,was ich mir allerdings nicht vorstellen kann.
Morgen Mittag weis ich dann mehr und ich werde euch berichten.

So wünsche ich euch allen einen schönen Dienstag

lieben Gruß Dietmar
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Euer Komentar.........evt. eine neue Geschichte? Oct 28, 2009 8:43 am
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Hallo alle zusammen,
ich finde es toll,dass so viele meine Geschichte gelesen haben!Dennoch bin ich etwas endtäuscht,dass keiner mir einen Komentar dazu abgegeben hat,dabei interesiert mich schon was ihr dazu zu sagen habt.Schade eigentlich!
Nun gut,sei es wie es ist.Ich sehe so einen Komentar wie eine entlohnung an und schließlich kann ich daraus auch noch einiges lernen,selbst ich!
Jetzt ist ja wieder die Zeit gekommen,wo ich wieder,was das schreiben angeht,aktiv werde!Also tut mir einen Gefallen und schreibt mir wenigstens einen kleinen Komentar,aber ehrlich soll er schon sein!
Vielleicht schaffe ich es noch vor Weihnachten eine neue Geschichte fertig zu bekommen.Ich beginne gerade eine neue Geschichte!
Am kommenden Wochenende ist dann wieder lernen angesagt,sowie im pratischen als auch im theoretischen,im Sankurs.Übernächstes Wochenende ist dann die Prüfung angesagt.
Zuvor habe ich aber am kommenden Dienstag,meine angekündigte Untersuchung im Kh. hier in Lübeck.Bin gespannt was die dabei raus bekommen und wie es dann weiter gehen soll.Was mich etwas iretiert ist,dass ich erst im Dezember einen Besprechungstermin beim zuständigen Arzt habe.
Naja ich werde sehen.

so wünsche ich euch allen einen schönen Donnerstag

lieben Gruß Dietmar
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Neue Geschichte Oct 22, 2009 7:36 am
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Hallo alle zusammen,
hier nun die angekündigte Geschichte für euch zum lesen!
Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

Vorwort
Diese Geschichte spielte sich auf dem Priwall bei Travemünde ab und ist tatsächlich so passiert. Sie erzählt einen Tag auf der Wachstation der Wasserwacht Lübeck, dem Wachturm und den Strandabschnitt des Priwalles. Alle Personen sind authentisch und haben wirklich zu der angegebenen Zeit Dienst am Wachturm abgeleistet. Bevor ich in diesem Vorwort auf die einzelnen Personen eingehe, möchte ich zum besseren Verständnis eine Ortsbeschreibung abgeben, damit sich der Leser ein besseres Bild von der Umgebung machen kann.
Der Priwall ist eine Halbinsel, die mit einer Auto- und Personenfähre von Travemünde aus über die Trave, westlich vom Priwall, zu erreichen ist. Von Norden her wird sie von der Ostsee und vom Süden von der Dassower- Wiek begrenzt. Seit 1989 durch den wegfall der DDR- Grenze ist der Priwall wieder vom Landwege über die Ortschaft Dassow zu erreichen. Die Halbinsel ist im Großen und Ganzen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Noch zu DDR- Zeiten wurde der Priwall trotz der unmittelbaren Grenzanlagen von Lübeckern als ständiger Wohnort oder Feriendomizil genutzt. Die Halbinsel gehörte zum Bundesland Schleswig- Holstein der Bundesrepublik Deutschland und war eben nur über die Fährverbindung mit dem übrigen Bundesgebiet verbunden. Tourismus fand zu jener Zeit ausschließlich auf der Travemünder Seite und dessen Strand statt, nur wenige Urlauber zog es zum Strand auf dem Priwall. Trotzdem stieg die Zahl der Badegäste mit den Jahren ständig. Im Jahre 1949 wurde der noch heute stehende Wachturm gebaut und 1953 mit einem Anbau fertig gestellt. Mit den Jahren entwickelte sich eine gewisse Ferienkultur, ein Jugendferienlager und Zeltlager entstand. Durch die Akzeptanz des isoliert wirkenden Priwalls entstanden nach und nach, immer mehr Ferienhäuser. Das alte Zeltlager und das Jugendheim wurden nach der Grenzöffnung durch eine heute moderne Ferienhaussiedlung ersetzt.
Der Wasserwacht- Wachturm, ist ein etwa 15 Meter hoher nach oben konisch zulaufender Holzbau. Er besteht aus dem Erdgeschoß und zwei oberen Etagen. Das Erdgeschoß aus zwei nebeneinander liegenden Schlafräumen die jeweils drei Personen als Schlafplatz dienen. Davor befindet sich die große Küche in deren Zentrum eine Feuerwehrähnliche Holzleiter in die weiteren Etagen führt. Die zweite Etage dient weiteren sechs Personen als Schlafplatz. Auf der dritten Etage sind nochmals zwei Schlafplätze untergebracht, außerdem dient sie als Ausguck für die Überwachung des Priwall Strandes. Im hinteren Teil des Turmes befinden sich die Toilette und der Dusch- und Waschraum. Als ständiger Aufenthaltsraum, auch zum einnehmen der Speisen, dient ein großes Mannschaftszelt, was links vom Wachturm aufgestellt ist. Außerdem stehen noch ein Materialcontainer und ein Sanitätscontainer neben den Wachturm und vervollständigen den Zweck. Der Turm ist von Ende Mai bis Ende September durchgehend besetzt und dient nicht nur als Wachturm sondern auch als Anlaufstation für kleinere und größere Verletzungen. Der Wachturm als solches, war in den frühen Jahren seines da seins nur unweit der Wasserlinie entfernt, was sich heute ganz anders darstellt. Durch die Herbst- und Frühjahrsstürme werden vom Brodtener- Ufer sehr viel Material zum Priwall verfrachtet, so dass der Wachturm durch Landanschwemmung immer weiter ins Landesinnere versetzt wird. So sind es mittlerweile fast 300 Meter vom Strand entfernt steht, jedoch ist vom Ausguck immer noch ein guter Überblick des gesamten Strandes möglich. Der Strand ist abgesehen von dem breiten Sandstrand von begrünten Dünen begrenzt. Fast drei Meter hohe Weißdornsträuche und Buschwerk erschweren den freien Blick zum Strand. Hinter den Dünen schmiegen sich eine viel zahl von Ferienhäuser zu einer Siedlung, die durch einen lichten Baumbestand durchaus Waldkarakter einnimmt. Es gibt im Grunde nur eine richtige Durchfahrtsstraße, die von der Autofähre bis nach Pötenitz (ehemalig DDR) führt. Dadurch ist eine Lärmbelästigung durch verstärkten Autoverkehr überwiegend ausgeschlossen.
Nun zu den Personen die an jenem Tag auf dem Priwall ihren Wachdienst versehen hatten. Um den Datenschutz zu gewährleisten, beschränke ich mich ausschließlich mit den Vornamen, dem Alter der jeweiligen Person und woher sie kommt. Dies ist mit allen Akteuren so abgesprochen und so von ihnen genehmigt worden.

Andreas Dortmund 39 Jahre Rettungsassistent
Annka Lübeck 23 Jahre Rettungsassistentin

Anneke Celle 34 Jahre Rettungssanitäterin

Dietmar Lübeck 55 Jahre Bootsführer/Tauchlehrer

Ines Lübeck 43 Jahre Wachführerin

Mathis Oelsnitz/Sachsen36 Jahre Erst Helfer
Martin Eibenstock/Sachsen18 Jahre Rettungsschwimmer

Ramona Pinneberg 20 Jahre Erst Helferin
Rune Lübeck 23 Jahre Sanitätshelfer

Tim J. Dortmund 16 Jahre Rettungshelfer

Tim W. Dortmund 19 Jahre Sanitätshelfer




Priwall
53° 57’N 1O° 53’O


Dietmar schlug die Augen auf und schaute auf seine Armbanduhr. Es war kurz nach halb sechs, genauer gesagt 5 Uhr und 37 Minuten. Zeit zum Aufstehen und so rollte er sich seitlich aus einer der drei Etagenkojen, weil ein normales aufstehen aus der oberen Koje nicht möglich war, sonst hätte er sich den Kopf an der Holzdecke gleich zu Anfang des Tages kräftig angestoßen. Er stützte sich mit der rechten Hand am Kojen rahmen und mit der linken Hand am Hochregal ab um mit einem letzten kleinen Satz auf dem Boden zu landen. Diese kleine sportliche Einlage jeden morgen, bereitete ihm keinerlei Anstrengung, trotz seines fortgeschrittenen Alters. Leise, um niemanden zu wecken, zog er seine Diensthose an, schlüpfte in seine Sandalen, nahm noch sein Waschzeug aus dem Hochregal und öffnete vorsichtig die Tür, die er ebenso leise von außen wieder verschloss. Bevor er jedoch die Küche verließ, die er gerade betrat, stellte er noch die große Kaffeemaschine an und verließ im Anschluss daran, durch die Außentür den Wachturm. Nachdem Dietmar die Tür am äußeren Haltehaken gegen Zuschlagen gesichert hatte, blickte er wie jeden morgen zum Strand. „Wouh“, dachte er und starrte ungläubig zum Strand. „Was für ein Anblick“, dachte er so für sich, als er unvermittelt hinter sich ein Geräusch vernahm und sich umdrehte. Überrascht blickte er in das verschlafene Gesicht von seinem Zimmerkollegen Mathis, dem sie am Vortag den Spitznamen „Holzmichel „ gaben. Mathis war Sachse, kam aus einem kleinen Ort im Vogtland und hatte vor, wie die meisten hier, seinen Urlaub zu verbringen und ehrenamtlich für die Wasserwacht tätig zu sein. Durch seine große und schlaksige Figur, seinem dunklen Vollbart und seiner Gangart hatte er sich diesen Namen eingefangen. „Guten Morgen Dietmar!“ begrüßte er ihn mit tiefer Stimme und gab Dietmar einen kleinen Klaps auf die Schulter. „Morgen“, entgegnete ihn Dietmar und deutete mit dem rechten Zeigefinger zum Strand. Noch bevor „Holzmichel“ etwas sagen konnte, sprach Dietmar weiter. „Da hat sich jemand festgefahren oder er hatte vor, uns, der Wasserwacht vom Priwall, einen Besuch abzustatten und hatte dabei vergessen wie flach die Badezone ist.“ Dietmar konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen als er ihm das sagte, worauf „Holzmichel“ freudig erwiderte; „Was für ein Ding, und das an meinem ersten Diensttag auf dem Priwall!“ „Ja, was glaubst du denn“, sprach Dietmar weiter, „ was das für eine Arbeit war, diesen Pott in diese Position zu bringen!“ Mit einem breiten Grinsen drehte sich Dietmar um und schloss nun endlich die Tür zum Bad auf um danach dort seiner Morgentoilette nach zu kommen. Währenddessen öffnete Mathis das große Zelt und verschnürte die beiden Hälften des Zelteinganges. Anschließend begab er sich zum Strand, der sich in etwa 150 Meter Entfernung erstreckte. Er staunte nicht schlecht, als er dort angekommen die mächtige schwedische Fähre sah, die sich bis dato aus unerklärlichen Gründen in der Badezone auf Grund festgefahren hatte. Ein Schlepper aus Travemünde versuchte derweilen vergeblich das mächtige Schiff wieder in die Fahrrinne zu ziehen, während ein Boot der Wasserschutzpolizei die Hafeneinfahrt sicherte. Unterdessen in der obersten Etage des Wachturmes, erwachte Ines und schaute wie jeden Morgen aus dem Fenster. „Ach du große Scheiße, was ist denn da passiert!“ Ungläubig die Augen und den Mund offen blickte sie zu den Havaristen und schüttelte verwundert den Kopf. Durch ihren Ausruf hatte sie Ramona, ihre Zimmerkollegin unbeabsichtigt geweckt, die sich nun ihrerseits aufrappelte, um aus dem Fenster zu sehen. In der Zwischenzeit war Dietmar mit seiner Morgentoilette fertig und hatte sich seine Dienstkleidung angezogen. Jetzt war er dabei den langen Tisch im Zelt für das Frühstück zu decken. Ein Ritual, was er jeden Morgen hinter sich brachte, um seinen Kameraden am frühen Morgen eine Freude zu machen, damit sie noch etwas länger schlafen konnten. Kaum fertig mit den Tischdecken, öffnete sich in der oberen Etage des Wachturmes das Fenster und Ines schaute mit Ramona etwas verwundert nach unten und rief zu Dietmar! „Was hast du denn wieder angestellt, kann man dich nicht einmal morgens alleine lassen? Jetzt liegt dieses Schiff in der Badezone und hat auch noch eine Badezonenboje versetzt! Das kann doch wohl nicht war sein!“ Grinsend verzog sie sich mit Ramona wieder in den Raum, um wenig später mit ihr die Turmleiter hinunter zu klettern. Ines war Wachführerin und Anfang vierzig. Sie war für alle Dinge zuständig, die die Wache am Priwall, die Wachtürme und die Rettungsschwimmer betraf. Eine Aufgabe, die sie forderte aber dennoch auch viel Spaß machte, aber auch eine große Verantwortung mit sich brachte. Sie kam vor einigen Monaten aus Brandenburg nach Lübeck und lebte sich schnell ein, der Dienst bei der Wasserwacht half ihr sicherlich dabei schnell heimisch zu werden. Nun stand sie in der Eingangstür zum Wachturm, lächelte und begann mit einem freundlichen „Guten Morgen Dietmar!“ Drehte sich um und verschwand umgehend im Bad. Ramona kam aus Pinneberg bei Hamburg und war zwanzig Jahre alt. Sie verbrachte ebenso ihren Urlaub hier auf dem Priwall im Dienste der Wasserwacht mit unterschiedlichen Aufgaben.
Pünktlich um sieben Uhr, wie jeden Morgen, schaltete Dietmar die Stereoanlage in der Küche an und drehte den Lautstärkenregler auf zwanzig der Skala hoch. Sekunden später ertönte Nana Mouskouri aus den Lautsprechern, „Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen Sonnenschein………..!“ Als die Musik begann, setzte sich Dietmar auf das Fahrrad, was mit einem roten Anhänger namens „Ralf“ ausgestattet war und fuhr als erstes zur Großküche der Seemannsschule. Hier brachte er die Thermophoren vom Vortag, für das Mittagessen zurück und fuhr im Anschluss zum Bäcker, um Brötchen und die Tageszeitung aus Lübeck abzuholen. Dann ging es zurück zum Wachturm der Wasserwacht, wo er freudig, von allen mittlerweile aufgestandenen Kollegen und Kolleginnen begrüßt wurde. Darunter war auch Annka, mit ihren dreiundzwanzig Jahren war sie in Lübeck Rettungsassistentin und verrichtet teilweise ihren Dienst hier auf dem Priwall. Sie war der Spaßvogel in der Truppe und war immer für einen Scherz zu haben, was sie fast Tag täglich zum Besten gab. Nicht selten blieb dabei kein Auge trocken und mancher trainierte damit ungewollt seine Bauchmuskeln. „Das hält ja mein armes „Hööörn“ nicht aus, zumal jetzt, noch mitten in der Nacht!“ Quoll es aus ihrem Munde, dabei fuchtelte sie aufgeregt mit ihren Händen umher und klapste sich demonstrativ auf die Stirn. „Ach, du Arme, soll ich dich etwas trösten, damit dein kleines Hirn sich wieder beruhigt?“ Entgegnete Ines und trat vom Bad kommend auf Annka zu und nahm sie in die Arme. „Dietmar hat in der Nacht wieder keine Ruhe gefunden und da fiel ihm nichts Besseres ein, du weist ja wie er ist. Beschwer dich bei ihm!“ Sagte Ines noch lachend zu Annka und strich ihr spitzbübisch übers Haar. „Mööönch“ gab Annka gespielt beleidigt zurück und verzog sich kichernd ins Bad. „Ich geh jetzt erst einmal duschen!“ Rief sie noch zurück und verschwand hinter der Tür. „Mach hinne, wir wollen dann Frühstücken!“ sagte Ines noch und betrat kurz darauf das Zelt. In der Zwischenzeit, truttelten so ganz allmählich alle anderen der Wachmannschaft, noch mehr oder weniger verschlafen im Zelt zum Frühstück ein. Nur Anneke und Andreas ließen sich noch nicht blicken, da sie in der vergangenen Nacht einige Einsätze, mit dem Rettungswagen, in ihrer Eigenschaft als Rettungssanitäter fahren mussten. Vom Duschen war auch Annka noch nicht wieder zurück und so warteten alle noch geduldig bis sie dann endlich in ihrer ureigenen Manier am Zelteingang auftauchte. „Na, alles frisch?“ Rief sie und beschrieb mit ihrer rechten Hand einen Kreis in der Luft. Ohne auf eine Reaktion zu warten setzte sie sich an die obere linke Tischseite, in unmittelbarer Nähe von Ines und Martin. Noch bevor Ines etwas sagen konnte, tauchten dann doch noch rechtzeitig Anneke und Andreas am Zelteingang auf und nahmen nach kurzem Umschauen am unteren Tischenden Platz. „Guten Morgen alle zusammen, “ begann Ines zu sprechen, „es ist ein wunderschöner Morgen und wir haben, weis der Himmel wie er das gemacht hat, dank Dietmar, in unserer Badezone unerwartet Besuch bekommen!“ Mit einem Zwinkern und Grinsen im Gesicht fuhr sie fort. „Zuerst wünsche ich euch allen einen guten Hunger und nach dem Frühstück werden wir über die heutige Wach Einteilung weiter reden.“ Andreas rieb sich verwundert die noch verschlafenen Augen, schüttelte ungläubig seinen Kopf nachdem er sah, was eigentlich nicht sein durfte und wandte sich dem Frühstück zu. Er wiegte noch kurz seinen mächtigen Körper zum Takt der Musik, die aus den Lautsprechern schallte und meinte nur kurz während er sich ein Brötchen aus der Kunststoffschüssel nahm, “ Interessante Sache, kannte der Käpten den Weg nicht? Hat mal jemand die Butter für mich?“ Martin der kleine Sachse bemerkte dazu, in seinem unverwechselbaren sächsischen Dialekt, während Tim Andreas die Butterdose reichte;“ der Kapitän hat bestimmt eine Abkürzung zum Hafen gesucht, bedachte aber nicht, dass er in eine Einbahnstraße geraden ist!“ „Quatsch, “ bemerkte Anneke dazu, “ der hat einen über den Durst getrunken.“ Nahm ihr Käsebrötchen und biss herzhaft hinein. „Hm, “ Andreas räusperte sich und meinte Kopfkratzend noch dazu, „Einbahnstraße? wusste gar nicht, dass es auf dem Meer so was wie Einbahnstraßen gibt.“ „Da kannst du mal sehen, was du hier alles lernen kannst, “ gab ihm Ines zur Antwort und lachte lauthals. „Seid wann, liegt der Pott denn schon da, weis das jemand?“ Fragte Anneke beiläufig. Dietmar antwortete ihr, „gegen drei Uhr in der Nacht war ich mal auf, da war noch nichts zu sehen außer Sterne am Himmel. Gegen halb sechs Uhr, als ich aufgestanden bin, war es dann aber da. Also muss es irgendwann dazwischen passiert sein!“ „Nun tu mal nicht so unschuldig, “ flachste Ines, “ du weist doch genau wann du das angestellt hast!“ „Püüh, “gab Dietmar gespielt beleidigt zurück und nippte an seiner Tasse Kaffee. Noch während des ganzen Frühstückes war das in der Badezone aufgelaufene Fährschiff das überwiegende Thema am Tisch, nur hin und wieder wurde es durch einige lustige Gesten oder Aussagen von Annka unterbrochen. Selbst, der fast wolkenlose blaue Himmel, von dem eine schon hoch stehende Sonne ihre wärmenden Strahlen aussendete, als auch die kreisenden und kreischenden Möwen konnten über diese Besonderheit an diesen Morgen hinwegtäuschen. Der Wind spielte den ganzen Tag mit einer Stärke von 2 aus Südwest kommend keine sonderliche Rolle und mit einer kaum zu nennenden Wellenbewegung die bei 0 zu benennen war, half dies dem Havaristen auch nicht sonderlich. So fiel an diesen Morgen fast bei jedem der Blick hinaus auf den Havaristen, der mit seinem Bug fast bedrohlich und mächtig auf das Wasserwachtzelt zeigte. Trotz allem war es ein faszinierendes Bild dieses kolossale Schiff bewegungslos dort liegen zu sehen. Schaute man genau hin, konnte man einige Leute, sehr wahrscheinlich die Offiziere und der Kapitän, auf der Brücke der Fähre sehen. Wie sich wenig später heraus stellte, handelte es sich um die Trans Pulp eine 191 Meter lange und 35 Meter breite Fähre mit 24 000 Brutto Registertonnen der schwedischen Trans Atlantic Reederei. Mit zwei drittel des Schiffes lag sie auf der Sandbank und ragte damit etwas über fünfzig Meter in die Badezone hinein. Der Bug, also die Frontspitze des Schiffes, ragte gut 1,5 Meter höher aus dem Wasser als das Heck. Dies führte dazu, dass der Lübecker Schlepper den Havaristen nur soweit aus der Fahrrinne drücken konnte, damit der übrige Fährverkehr die Engstelle gefahrlos passieren konnte. Wie auf einer Perlenkette aufgereiht lagen ca. sechs Fähren weit draußen in der Nähe der Fahrrinne und warteten darauf in den Hafen einfahren zu können. Jetzt, da der Schlepper die Fähre zum Teil aus der Fahrrinne gedrückt hatte, konnten sie nach einander diese gefahrlos aber dennoch mit größter Vorsicht passieren und in den Hafen einfahren.
Gegen acht Uhr beschloss Ines noch während des Frühstücks, den gesamten Badestrand wegen der besonderen Situation zu sperren und rot zu flaggen. Tim, Martin und Rune unterbrachen darauf hin ihr Frühstück und machten sich auf den Weg. Rune fuhr mit dem Rad zum Miniturm und flaggte rot, Martin lief zum Hochsitz am Strand und tat dies dort ebenso, Tim erledigte dies für den Wachturm. Kaum waren die drei wieder zurück als Ines wieder das Wort übernahm und die Wacheinteilung für diesen Tag ansagte. „Zu dem heutigen Tag, gilt folgendes, „begann Ines, jetzt aber durchaus ernst und bestimmend. „Es gilt erst einmal, absolutes Badeverbot für den gesamten Strandabschnitt, wegen der Unterströmung die wegen des Schiffes auftreten kann. Das heißt, der Hochsitz und der Miniturm werden jeweils mit zwei Personen besetzt. „Es war mucksmäusschen Still als Ines das sagte und jeder erkannte die Situation. Ines fuhr fort, „Rune und Tim J. übernehmen den Hochsitz mit dem Funknamen 72-03, “ beide nickten Ines zu. „Mathis und Tim W. übernehmen den Miniturm mit 72-04 sowie Annka und Anneke den Hauptturm mit 72-02 übernehmen. Wobei Anneke auch am Zelt zeitweise ihren Dienst macht.“ Anneke stimmte dem zu, gab aber zu bedenken, „wenn aber ein Einsatz ansteht, muss ich mit Andreas los!“ „Das ist natürlich klar und geht vor aber ihr unterstützt uns so weit es eben geht, “ gab Ines ihnen zur Antwort. „Martin macht hingegen vorerst Strandstreife mit 72-05 und ist wie jeder über Funk zu erreichen, so dass er da hingeschickt werden kann, wo es nötig ist. Es ist unbedingt wichtig, dass wir es erreichen, dass niemand ins Wasser geht, nicht bevor die Havarie beendet ist, das Schiff wieder frei geschleppt ist und im Hafen verbracht wurde. Dies muss freundlich aber dennoch bestimmt erfolgen, so wie immer.“ Sagte Ines mit einem Lächeln im Gesicht, ehe sie fortfuhr. „Mit dem Boot, fährt Dietmar als Bootsführer, Ramona als Bootsmann raus und sichert durch Patrouillenfahrten den ganzen Badebereich vom Wasser aus, mit 72-13, dass niemand ins Wasser geht. Sollte trotzdem jemand im Wasser sein, bitte nach üblicher Art und Weise aus dem Wasser bitten. Trotzdem müssen die üblichen Arbeiten hier auf der Wachstation erledigt werden und ich bitte das jeder dazu beiträgt, das dass wie jeden Tag erledigt wird. Ich werde hier am Wachturm für alle erreichbar sein, über 72-01, um gegeben falls die nötigen Anweisungen zu geben.“ Ines wischte sich mit der rechten Hand über die Stirn und meinte fast beiläufig dazu, „puuuh, soviel habe ich schon lange nicht mehr an einem Stück gesagt und verdrehte demonstrativ ihre Augen. „Mutti, muss ich gleich los zum Strand oder kann ich noch zu Olga?“ „Ja, mein Sohn, dann geh mal zu Olga, (Toilettenhäuschen) brauchst aber keinen Funknamen dazu und grüß schön!“ Meinte Ines zu Martin, der sie spitzbübisch danach fragte. Ramona und Dietmar hingegen packten ihre Bootssachen und holten aus dem Sancontainer den Sankoffer und aus dem Materialcontainer ihre Schwimmwesten heraus. Während der Rest der Mannschaft die Station auf Vordermann brachte, ließen die beiden sich von Ines noch ein Fernglas und ein Funkgerät aushändigen. Dietmar öffnete den Hochschrank neben der Eingangstür zum Wachturm und nahm noch die Bootstasche mit dem Bootsschlüssel heraus. So vollständig ausgerüstet meldeten sie sich bei Ines ab und begaben sich zum Passathafen wo das Rettungsboot „Hanry Dunant III“ fest gemacht lag. Unterwegs trafen sie Martin wieder, der gerade von „Olga“ auf den Weg zurück zum Wachturm war. Sie grüßten sich beim vorbeigehen noch mal kurz und setzten ihren Weg jeweils fort. Knapp zehn Minuten dauerte der Weg vom Wachturm bis zum Passathafen, dort angelangt gingen Ramona und Dietmar, noch die von grob zugeschlagenen Pflastersteinen belegte Böschung hinunter. Dann noch ein kleines Stück über den Holzsteg bis sie dann das Boot erreichten. In der Zwischenzeit wurden der Hochsitz und der Miniturm mit den jeweiligen Personen besetzt, und meldeten Ines ihre Einsatzfähigkeit per Funkspruch. Sie atmete hörbar aus und setzte sich auf einen der Campingstühle vor dem Zelteingang und nahm einen kräftigen Schluck Kaffee aus ihrer Tasse. Kaum hatte sie die Tasse wieder abgestellt, meldete sich Dietmar über Funk;“ 72-01 für die 72-13 kommen!“ Ines nahm das Funkgerät und antwortete, “ 72-01 hört, kommen!“ Dietmar seinerseits, „Wir haben gerade im Passathafen abgelegt und bewegen uns in Richtung Priwall Badestrand! Kommen!“ „Ja, das ist verstanden! Kommen!“ War Ines Antwort und lehnte sich erleichtert zurück, während sie aus dem Funkgerät, “ Ende mit 72-01!“ Noch von Dietmar zu hören bekam. Alles lief so, wie sie es sich vorgestellt hatte und insgeheim war sie mächtig stolz auf ihre Truppe. In der Zwischenzeit kamen immer mehr Besucher zum Strand, einige zog die Neugier hierher um dieses Ereignis mit zu erleben, andere wiederum nutzten die Gelegenheit zum Baden. Doch heute sollte dies bezüglich alles anders sein, nur wussten diese Badegäste es noch nicht, was sich aber relativ schnell ändern sollte. Seid Martin mit hinunter zum Hochsitz gegangen war, beschäftigte er sich damit, Strandgästen die Anstalten machten baden zu gehen, darüber aufzuklären warum das Baden an diesem Tag generell verboten wurde. Viele der Badegäste verstanden und akzeptierten diese Maßnahme und vertrösteten sich auf den nächsten Tag. Nur wenige taten so als wenn ihnen das alles überhaupt nichts angehen könnte und sie wollten auch überhaupt nicht verstehen warum der ganze Badebereich gesperrt wurde. Man könne doch etwas weiter entfernt baden gehen, zum Beispiel am FKK- Strand, da wäre man doch aus dem angenommenen Gefahrenbereich heraus und wer bitteschön gebe mir das Recht, ein Badeverbot aus zu sprechen?! So weit diese Meinung, die man nicht weiter kommentieren muss. Auch auf der Nordermole versammelten sich zwischenzeitlich immer mehr Schaulustige um dieses Schauspiel mit verfolgen zu können, denn so etwas bekam man ja nicht alle Tage geboten. Ramona und Dietmar bewegten sich mit dem Hanry Dunant III im Mündungsbereich der Trave auf das Boot der Wasserschutzpolizei zu um sich wenig später mit dessen Einsatzleiter ab zu sprechen. Als der Polizeioffizier das Wasserwachtboot auf sich zu kommen sah, trat er aus der Fahrkabine heraus und fragte Dietmar; „ Guten Morgen, was haben sie denn vor?“ „Guten Morgen, ich wollte ihnen mitteilen, dass wir heute den gesamten Badestrand zum baden gesperrt haben und den Strandabschnitt mit dem Einsatzboot absichern. Ich werde während der gesamten Aktion mit ihnen, in Kontakt bleiben wenn es denn nötig ist. Als erstes wäre es wichtig zu wissen, wann der Schlepper aus Rostock ankommen soll?“ Fragte Dietmar den Offizier, der ihm folgende Antwort gab. „Der Schlepper aus Rostock ist für 11o Uhr vorgesehen, sie ist schon auf den Weg hierher und das ist wunderbar das sie den Strand absichern, vorbildlich, vielen Dank!“ Mit einer Handbewegung zum Gruß verabschiedete sich Dietmar von dem Offizier und legte seinen Weg Richtung Strand mit Ramona fort. An der Ankerboje angekommen, machten sie den Hanry Dunant III mit der Bugleine dort fest und meldeten sich anschließend über Funk bei Ines. „72-o1 für die 72-13 kommen!“ Ines antwortete, „die 72-o1 hört, kommen!“ „72-o1, ich habe der Wasserschutzpolizei gemeldet, dass wir den gesamten Strandabschnitt für Badegäste gesperrt haben und mit dem Einsatzboot absichern und uns gegeben falls wenn nötig mit ihnen weiterhin in Kontakt bleiben. Wir haben jetzt erst einmal an der Ankerboje fest gemacht und beobachten den Strandabschnitt. Der Schlepper aus Rostock ist für 11:00 Uhr vorgesehen. Kommen!“ „72-13, das ist verstanden! Bitte achten sie auf eventuelle Schwimmer und informieren sie Sie darüber, dass heute ein generelles Badeverbot besteht, wegen der erhöhten Soggefahr und Unterströmung durch die Schlepper! Die Info an die Wasserschutzpolizei ist sehr gut, prima gemacht. Kommen!“ Erwiderte Ines, Dietmar, der seinerseits antwortete. „das ist verstanden, Ende mit 72-01!“ Dann wandte er sich stehend dem aufgelaufenen Schiff zu und beobachtete die Aktivitäten des Lübecker Schleppers und der Wasserschutzpolizei. Mittlerweile war es kurz nach 10o Uhr und die Nordermole war brechend voll, von Schaulustigen die weiterhin nichts verpassen wollten, was sich am Strand und auf der Fahrrinne der Trave abspielte. Das Wetter spielte auch mit, die Sonne schien von einem zwar mit dicken Wolken bestücktem blauen Himmel, die teilweise bedrohlich nach Regen ausschauten aber dennoch keinen Tropfen auf das Szenario herab ließen. So wuchs auch auf dem Strand des Priwall ständig die Zahl der Zuschauer und die Wachgänger der Wasserwacht hatten alle Hände voll zu tun. Durch Patrouillienfahrten entlang des Strandes zeigten sie sowohl den Zuschauern als auch den Urlaubern, die zum Baden gekommen sind ihre Präsens. Um dieser Menschenmenge angemessen zu begegnen entschied Ines den Hochsitz als auch den Miniturm nur noch mit jeweils einer Person zu besetzen und die zweite Person als zusätzliche Wachgänger direkt zum Strand an die Wasserlinie zu schicken. Denn Martin konnte zudem nicht überall sein und war zu diesem Zeitpunkt sichtlich überfordert. So dauerte es nicht lange bis er sich bei Ines folgender maßen meldete;“ 72-01 für die 72-o5, hier ist gerade ein „Priwallhai“ aufgetaucht und bewegt sich schwimmend zur Badezonenbegrenzung, dass heißt zur äußeren weißen Badezonenboje. Auf Zurufen von meiner Seite her, reagiert er nicht!“ „72-o1, hat verstanden und anderweitig, können sie den Schwimmer, Entschuldigung, den „Priwallhai“ nicht erreichen 72-05?“ „72-01, Nu, so schnell kann ich selbst mit der Poseidon nicht hinter her patteln“, meinte Martin ironisch zurück. „Dann werde ich das Boot hinschicken um den „Priwallhai“ einzufangen“, entgegnete Ines ebenso spitz zurück und beendete das Gespräch „Ende mit 72-05“, ab. Sie stand kurz auf und blickte hinunter zum Strand, dort sah sie nicht weit entfernt an der Ankerboje fest gemacht das Rettungsboot Hanry Dunant III. Ines nahm das Funkgerät, drückte auf die Taste und sagte#x201C; 72-13 für 72-01 kommen!“ Sie sah zum Boot hinunter wo sich Dietmar gerade vom Bug zur Bootsmitte begab und sich kurz bückte, „72-13 hört, kommen!“ gab er kurz zurück und hielt sich das Funkgerät ans rechte Ohr. „72-13 können sie den Schwimmer aus machen, der sich zur Äußeren Badezonenbegrenzung bewegt und zwar in Höhe von der 72-05, kommen?“ Fragte Ines und erhielt kurz darauf die folgende Antwort von Ramona, die jetzt das Funkgerät übernommen hatte. „72-01 wir können den Schwimmer aus machen, kommen!“ „72-13, dann bitte hinfahren und freundlich darauf hinweisen, dass heute absolutes Badeverbot wegen des Havaristen ausgesprochen wurde und er dringend das Wasser zu verlassen hat, kommen!“ Ramona antwortete umgehend, „72-01, haben verstanden und fahren zu dem Schwimmer, kommen!“ „72-01, hat verstanden, Ende mit 72-13“, gab Ines darauf zurück und sah wie Ramona das Rettungsboot los machte und Dietmar Richtung Schwimmer fuhr. Als er an der weißen Begrenzungsboje abstoppte nahm sie ihr Fernglas hervor um die Situation zu beobachten. Dietmar stoppte in unmittelbarer Nähe des Schwimmers ab aber so, dass er ihn nicht gefährdete. Der Schwimmer schwamm in Rückenlage, so das er Ramona und Dietmar gut sehen konnte, jedoch tat er so, als würde er die beiden nicht wahr nehmen. „Hallo, wir sind von der Wasserwacht Lübeck und möchten sie bitten, dass Wasser umgehend zu verlassen, da durch die Havarie eine verstärkte Sogwirkung aufgetreten ist die sich durch die Schlepper noch verstärken wird, dadurch besteht durchaus akute Lebensgefahr für jeden Schwimmer der jetzt ins Wasser geht!“ „Das geht mich nichts an, zumal ich ein guter Schwimmer bin und bei der Marine war!“ Sagte der Schwimmer missmutig und drehte sich von den beiden weg. „Ich bitte sie hiermit zum letzten mal das Wasser umgehend zu verlassen, ansonsten werde ich die Wasserschutzpolizei darüber in Kenntnis setzen, wenn sie dem nicht nach kommen.“ Gab ihm Dietmar zur Antwort und wartete noch etwas auf eine positive Reaktion des Schwimmers, die aber nicht kam. So drehte er mit dem Boot ab und fuhr unvermittelt zu dem Wasserschutzpolizeiboot das sich an der Steuerbordseite des Havaristen befand. Dort angekommen, berichtete Dietmar dem Wasserschutzbeamten was sich zugetragen hatte und das die Aufforderung, dass Wasser zu verlassen, keine Wirkung zeigte. „Na gut, “ sagte der Beamte“, dann werden wir das mal in die Hand nehmen. Vielen Dank für die Information!“ Ramona und Dietmar bedankten sich noch bei ihm und fuhren dann zur Ankerboje zurück um an ihr wieder fest zu machen. In der Zwischenzeit fuhr das Wasserschutzboot zu dem Schwimmer, der sich kurz darauf plötzlich sehr schnell aus dem Wasser begab. Wieder sicher an der Ankerboje fest gemacht funkte Dietmar Ines an, um ihr zu berichten, was sie erreicht hatten. Tim, Rune und Annka liefen derweilen ihren Strandabschnitt ohne besondere Vorkommnisse ab, während Andreas und Mathis von ihren Türmen aus das Geschehen am Strand im Auge behielten.
Gegen elf Uhr erschien am nördlichen Horizont der Lübecker Bucht die Umrisse eines mächtigen Schleppers, der aus Rostock angefordert war. Fast eine halbe Stunde brauchte er bis er den Havaristen erreicht hatte. Alle erwarteten jetzt, dass der Schlepper an der großen Fähre fest machen und damit beginnen würde sie aus ihrer misslichen Situation zu befreien, doch genau das Gegenteil passierte. Der Schlepper lief einfach an der Fähre vorbei, so als wenn sie gar nicht da wäre und machte sich auf den Weg zum Hafen. Dort legte sie am Kai des Seeschiffahrtsamtes an und machte fest. Dann passierte erst einmal lange Zeit gar nichts, so das Ines Ramona und Dietmar anfunkte. „72-13 für die 72-01 kommen!“ „Ramona antwortete umgehend, „ die 72-13 hört, kommen.“ „Fahrt bitte in den Passathafen und kommt bitte zum Mittagessen, damit ihr nachher, wenn die anderen Schlepper da sind, ihr wieder zum Einsatz könnt, kommen!“ 72-13 hat verstanden und fährt zum Passathafen“, antwortete Ramona und Ines gab, „Ende mit 72-13!“ zurück. Auch die Wachgänger wurden nacheinander von Ines angefunkt um zum Mittagessen zu kommen, denn später wäre dazu keine Zeit mehr gewesen. So kamen Tim J., Annka, Martin und Rune gemeinsam zum Mittagessen zum Wachturm während Mathias, Andreas und Anneke weiterhin das Geschehen beobachteten. Zwanzig Minuten später kamen auch Ramona und Dietmar am Wachturm an und holten sich aus der Küche ihr Mittagessen. Doch kaum saßen sie im Gemeinschaftszelt um in Ruhe ihr Essen einzunehmen, war es mit der Ruhe vorbei. Tim J. Annka, Martin und Rune hatten in der Zwischenzeit schon gegessen als Ines sie wieder zum Strand schickte. Denn kaum waren sie mit ihrem Essen fertig tauchten noch zwei große Schlepper auf und hielten auf Travemünde zu. Andreas betätigte sich in der Zwischenzeit als Küchenchef und brachte die Küche wieder auf Vordermann. „Es tut mir leit, aber ihr müsst euer Essen unterbrechen!“ Sagte Ines zu Ramona und Dietmar, „ aber ihr müsst wieder los! Tim J., Martin, Rune und Annka ihr geht auch bitte wieder hinunter zum Strand und übernehmt erneut die Wache. Schickt bitte Mathis und Tim W. hoch, damit die auch noch schnell etwas essen können.“ Nachdem Ines diese Order ausgegeben hatte funkte sie noch zu Anneke, damit auch sie noch essen konnte, dafür würde sie dann die Wache auf dem Hauptturm übernehmen. Ohne größere Zeit Verzögerung standen Dietmar und Ramona vom Tisch auf und schnappten sich ihre Schwimmwesten und das Funkgerät und machten sich mit schnellen Schritten wieder zum Passathafen auf. Derweilen die anderen vom Wachturm aus zum Strand hinunter liefen um ihre Kollegen abzulösen. Bevor Dietmar und Ramona mit dem Rettungsboot Hanry Dunant III wieder zur Ankerboje fuhren, meldeten sie sich wieder bei der Wasserschutzpolizei von der Mittagspause zurück. Kaum hatten sie an der Ankerboje mit einem Pahlsteck festgemacht, wurden die beiden neuen Schlepper aktiv. Sie positionierten sich beide am Heck der Fähre wo ihnen jeweils eine Wurfleine zugeworfen wurde. Dort befestigten sie die Schlepptrossen, die dann wieder zur Fähre hinauf gezogen und dort fest gemacht wurden. Währendessen kam der Schlepper aus Rostock aus dem Travemünder Hafen hinzu und verfuhr gleichermaßen. In Richtung Südermole patrollierten jetzt ununterbrochen Annka und Tim J. (Rufname 72-06) wechselweise, so dass nun ständig ein Wachgänger vor Ort war. Zusätzlich hatte Ines nach der Mittagspause jeder Wachgruppe ein zweites Funkgerät ausgegeben, damit jeder jederzeit erreichbar war. In der Höhe des Hochsitzes bis fast zur Hälfte zum Miniturm taten dies Rune und Martin (Rufname 72-07), während Mathis und Tim W. (Rufname 72-0 den Miniturm in Beschlag nahmen und die Strandabschnitte wechselweise dort kontrollierten. Andreas (Rufname 72-09)und Anneke (Rufname 72-10) blieben derweilen am Hauptturm und unterstützten Ines bei ihren Aktivitäten. Die ganzen Strandabschnitte waren von den Wachgängern gut abgesichert worden, keiner der Strandbesucher versuchte in der folgenden Zeit ins Wasser zu gehen. Denn sofort war ein Wachgänger der Wasserwacht da um sie darüber zu unterrichten das der Strand gesperrt ist. Außerdem war es jetzt viel interessanter den Schleppern dabei zuzusehen wie sie die Fähre aus ihrer misslichen Lage befreien wollten. Die Menschenmenge versammelte sich überwiegend in der Nähe des Hochsitzes und in Richtung der Südermole, viele saßen im weichen Sand am Strand andere standen in Gruppen fast an der Wasserlinie um besser sehen zu können. Die Nordermole dagegen platzte dagegen fast aus allen Nähten, die Menschen standen dicht an dicht um ja nichts zu verpassen, so aufregend war dieses Ereignis. „72-01 für die 72-06, kommen!“ Meldete sich Annka bei Ines, „72-01 hört, kommen!“ Antwortete Ines kurz und wartete aufmerksam. Annka meldete sich wieder und fragte mit einem breiten Grinsen im Gesicht, „Bei diesem Menschenauflauf könnten wir doch eine Würstchenbude auf machen und etwas für unsere Wasserwachtkasse tun, 72-01, oder, kommen!“ Noch bevor Ines antworten konnte meldete sich Martin zu Wort, „ 72-01, und ich übernehme die gekühlten Getränke und den Mostrich, kommen!“ „72-05, dass wäre sicherlich eine tolle Idee, allerdings weis ich nicht wie du das mit den Getränken bewältigen willst und was ist eigentlich Mostrich, kommen?“ fragte Ines und kicherte dabei. Mit einem improvisierten Sächsisch antwortete nicht Martin, sondern Annka, “ Zweeunsiebzisch Null Änz für die Zweeunsiebzisch Null Sechs, komm!“ Ines schüttelte sich vor lachen und meldete sich, „ 72-01 hört!“ „ Nu, die Zweeunsiebzisch Null Fünf kann sich doch än Kasten vorm Bauch binden un übern Strand loffen und Mostrich iss doch fürn Norddeutschen, Senf, dass musste doch wissen, du Dummerle, komm!“ Gab Annka zum Besten. „72-06, dass werden wir später sicherlich noch besprechen und vertiefen, doch jetzt sehe ich gerade durch das Fernglas das sich an der Fähre etwas tut, also jetzt bitte wieder konzentriert sein und gebt euer Bestes, Ende mit 72-06 und 72-05!“ Ermahnte Ines Annka und Martin und beendete das Gespräch. Und tatsächlich, konnte man erkennen, dass die drei mächtigen Schlepper langsam anzogen und sich die Schlepptrossen spannten. Das Wasserschutzpolizeiboot entfernte sich von der Fähre und postierte sich mitten in die Fahrrinne etwa zur Hälfte der Nordermole um den übrigen Schiffsverkehr davon abzuhalten am Havaristen vorbei zu fahren. Was zu diesem Zeitpunkt auch unmöglich gewesen wäre, da alle drei Schlepper die Fahrrinne blockierten. Es war jetzt fast viertel nach zwei Nachmittags als am Horizont ein weiterer großer Schlepper auftauchte und schnell näher kam. Dann stieg plötzlich aus jedem Schornstein der drei Schlepper kräftiger schwarzer Rauch auf. Dietmar stand vom Boot auf und zeigte mit seiner rechten Hand in Richtung der Schlepper und sagte zu Ramona, die zum Strand schaute, “ Ramona jetzt geht es los, sie ziehen an, bin mal gespannt ob die drei Schlepper das schaffen.“ „Oh ja, die blasen ja mächtig viel Dreck aus den Schornsteinen!“ Antwortete sie als sie zu den Schlepper blickte.“ Schau mal was die für eine Heckwelle erzeugen, da ist ganz schön viel Kraft dahinter „, fügte sie noch dazu. Schließlich hörte man wie die starken Motoren der Schlepper aufheulten und die Schiffe sich mächtig ins Zeug legten. Die Kapitäne hatten reichlich zu tun um die Schlepper auf Kurs zu halten, denn trotz Geradeauskurs konnte man gut erkennen wie die Schlepper mal nach links (Backbord) dann wieder nach rechts (Steuerbord) trifteten und wie sich der jeweilige Bug aus dem Wasser stemmte. Welche Kraft diese Schiffe entwickelten und umsetzten, konnte man auch daran erkennen, dass sich um die festgefahrene Fähre das Wasser kreisrund hellbraun verfärbte und dieser Kreis immer größer wurde. Da an diesen Tag die Wasseroberfläche fast Spiegelglatt war, erkannte man am Rande dieses Kreises, dass sich die Wasseroberfläche stark kräuselte, was auf eine zunehmend starke Strömung zurück zu führen war.
Mittlerweile war es jetzt schon 13:30 Uhr und kaum hatte Dietmar das aufkommen dieser Strömung erkannt und auch Ramona davon informiert, wurden sie auch schon über Funk gerufen. „72-13 für die 72-06 kommen“, rief Annka und Ramona antwortete umgehend, „72-13 hört, kommen!“ Annka sprach weiter, „72-13, bitte einmal mit dem Boot im Bereich der Hundebadezone fahren, dort sind einige Personen relativ weit Richtung Fahrrinne im Wasser, kommen!“ Noch während Annka sprach, startete Dietmar das Einsatzboot und Ramona antwortete danach. „72-06 haben verstanden, fahren zur Hundebadezone, kommen!“ Annka beendete das Gespräch mit, „Ende mit 72-13!“ Dietmar hingegen gab das Kommando zum Ablegen an Ramona, die den Karabienerhaken vom Einsatzboot löste und Dietmar mit, „Abgelegt von Ankerboje“, zur Antwort gab. Darauf hin legte er den Vorwärtsgang ein und gab etwas Gas um zu wenden. Schon beim wenden bemerkte er die veränderten Strömungsverhältnisse und konnte dementsprechend darauf reagieren. Trotzdem war Dietmar mit Ramona recht schnell bei den drei Personen die sich immer noch in Richtung Fahrrinne bewegten. Es handelte sich dabei um zwei Frauen etwa Mitte Zwanzig und einem Mann der aber um einiges älter schien. Als er in unmittelbarer Nähe der Personen angekommen war, rief Ramona ihnen zu, „Entschuldigen sie bitte, wir sind von der Wasserwacht Lübeck und möchten sie Bitten umgehend das Wasser zu verlassen. Durch die Havarie der Fähre und das ausschleppen kommt es zu starken Unterströmungen, die für sie Lebensgefährlich sein können! Außerdem besteht dadurch ein absolutes Badeverbot für heute, bitte haben sie dafür Verständnis!“ „Das haben wir nicht gewusst aber vielen Dank für diese Information, wir gehen gleich zurück!“ Antwortete der Mann, während sich die zwei Frauen schon mal umdrehten. „ Vielen Dank und noch einen schönen Tag für sie!“ Gab Ramona freundlich zurück. Unterdessen drehte er sich mit einem freundlichen Wink seiner rechten Hand ebenfalls um und lief zügig mit den beiden Frauen zum Strand zurück, wo sie dann von Annka erwartet wurden. Dietmar hingegen wendete das Rettungsboot wieder um auch den Rückweg zur Ankerboje an zu treten. Bevor er Gas gab, schaute Dietmar nochmals zum Strand wo Annka immer noch wartete und gab ihr mit einem Handzeichen zu verstehen, dass alles wieder in Ordnung war. Annka wiederum gab ihm ein Handzeichen zurück und so ersparten sie sich einen zusätzlichen Funkspruch. Doch dann stockte ihm fast der Atem, „ Ramona schau dir mal die Bojen von der Badezonenbegrenzung an! Ich habe ja schon viel gesehen aber dass die Bojen von der starken Strömung dermaßen unter Wasser gedrückt werden habe ich noch nie gesehen. Das sieht ja aus wie bei einem Wehr, bei einem Fluss oder Strom, einfach Wahnsinn!“ Ramona schüttelte ungläubig den Kopf und sah diesem Schauspiel sprachlos zu. Die Begrenzungsbojen wurden regelrecht unter Wasser gedrückt und dabei strömte das Wasser mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit über sie hinweg in Richtung Hafen, so als würde sich das ganze hier nicht an der Ostsee sondern an einem Gebirgsbach zutragen. Fast fassungslos sah Dietmar diesem Schauspiel zu bis er seinen Blick wieder in Fahrtrichtung richtete und feststellte, das er keinen Meter vorwärts kam. Im Gegenteil, die Strömung war so stark mittlerweile geworden, dass er mit ihr in Richtung Hafen gedrückt wurde. Dennoch blieb er ruhig, drückte den Gashebel langsam nach vorne bis, ja bis das Boot endlich eine Reaktion zeigte und ganz allmählich Fahrt aufnahm. Dabei heulte der Außenborder laut auf und Ramona blickte Dietmar fragend an, „ Ist alles OK oder stimmt etwas nicht weil der Motor so laut ist und wir kaum vorwärts kommen?“ Er drückte den Gashebel noch weiter nach vorne während Dietmar Ramona antwortete. „Die Strömung ist jetzt schon so stark das ich fast Vollgas geben muss, um relativ schnell vorwärts zu kommen, dass ist der reine Wahnsinn!“ „Was für ein Glück, dass Ines für heute ein absolutes Badeverbot ausgesprochen hat und wir alle es doch einigermaßen gut durchgesetzt haben. Stell dir mal vor, was jetzt hier los wäre, wenn normaler Badebetrieb herrschen würde!“ „Das wäre nicht aus zu denken, Ines hat schon richtig gehandelt, mit Sicherheit! Aber jetzt bitte fertig machen zum anlegen, Ramona!“ Bat Dietmar, Ramona. Sanft stieß die Bugspitze des Rettungsbootes an der Ankerboje an und Ramona zog die Bugleine aus dem Wasser und klickte den Karabinerhaken in die Bugösse. „Boot festgemacht!“ Rief Ramona Dietmar zu, der darauf hin den Motor abstellte und sich dann wieder dem Havaristen zuwandte um den Schleppvorgang der Schlepper zu beobachten. Wieder stemmten die drei Schlepper gegen das Gewicht der Fähre und wieder fingen sie mal zu der Seite zu triften dann mal zu anderen Seite. Es sah fast so aus, als würden sie auf dem Wasser tanzen. Doch dann ging plötzlich sowohl am Badestrand als auch an der Nordermole ein lautes Raunen durch die Menge der Schaulustigen. Der Havarist neigte sich urplötzlich auf seine Steuerbordseite und fast schien es als wäre er im Begriff zu kentern, doch kurze Zeit später stoppten die drei Schlepper ihre Bemühungen. Doch, statt das sich die große Fähre wieder aufrichtete, was sich sicherlich viele gedacht hatten, blieb sie so mit Schlagseite liegen. Was wiederum hektisches Treiben auf der Brücke der Fähre nach sich zog, selbst ohne Fernglas konnten die beiden Wasserwachtler auf dem Rettungsboot, das aus machen. Fast zur gleichen Zeit konnte man an der Reling vom Heck Aktivitäten aus machen. Denn der vierte Schlepper war unterdessen angekommen und brachte sich kurz daraufhin in Position, wo er seine Schlepptrosse auf dem Havaristen festmachen ließ. Nun dauerte es nicht mehr lange, bis sich alle vier Schlepper gemeinsam zu einem neuen Versuch bereit machten. So positionierten sie sich jeweils zu zweit, an die Steuerbordseite sowie an die Backbordseite, um dann gemeinsam anzuziehen.
Um 15:30 Uhr, zogen sie schließlich fast gleichzeitig langsam an und es war gut zu erkennen wie sich alle vier Trossen allmählich spannten, dann heulten die Motoren der Schlepper auf. Entweder waren die Schaulustigen auf einmal völlig ruhig und hielten die Luft an oder die Motoren der Schlepper waren so laut, dass man sonst nichts mehr hörte. Auf jeden Fall lag in dem Augenblick als die Motoren aufjaulten eine fast greifbare Spannung in der Luft. Die Schlepper gaben jetzt Vollgas, so dass sich die Bugspitzen aus dem Wasser hoben und durch die Kraft der Schrauben das Wasser der Ostsee um der Fähre herum schwarz färbte. Gleichzeitig konnte man wieder einen Strömungskreis um sie erkennen, der sich immer weiter ausdehnte bis hin zum Strand. Dort schlugen dann schwarze Brandungswellen auf den Sandstrand, der die dort zuschauenden Strandbesucher meterweit zurück weichen ließ, denn die Wellen liefen gut zehn Meter weiter auf den Strand als normal. Ein paar Minuten später zogen jetzt die vier Schlepper mit vollen 11000 PS an der Fähre, als sie sich endlich wieder aufrichtete und wieder gerade in der Badezone auf Grund lag. Das dröhnen der Motoren hatte schlagartig zugenommen, auch die Fähre hatte ihre Motoren zusätzlich gestartet und ließ ihre Schrauben rückwärts laufen um endlich aus ihrer misslichen Lage heraus zu kommen. Einige Minuten passierte nun überhaupt nichts nur die Strömung nahm noch etwas mehr zu und obwohl das Rettungsboot an der Ankerboje festgemacht lag, hatte man den Eindruck es würde Fahrt machen. Das aufgewirbelte schwarze Ostsee- wasser verlieh ihr fast etwas Gespenstiges ab und es fehlte nur noch, dass jetzt ein Ungeheuer aus ihr auftauchen würde um der Szenerie einen Punkt auf zu setzen. Doch nichts von all dem passierte, es war nur unheimlich. Auch die Schaulustigen auf dem Priwall am Strand bemerkten das schwarze Ostseewasser, was sie jetzt zusätzlich davon abhielt ins Wasser zu gehen. Plötzlich zeigten einige von ihnen zu der Fähre und Dietmar wandte seinen Blick wieder zu dem festliegenden Schiff. Und dann bemerkte er es auch, „Ramona schau mal, da passiert was, guck genau hin!“ „Was denn, ich sehe nichts!“ „Na, siehst du nicht wie das Schiff zittert?“ Ramona kam nicht dazu noch etwas zu sagen, denn auch sie bemerkte jetzt, wie ein kräftiges Zittern durch das 191 Meter lange Schiff lief, dann ein kurzer Ruck und das mächtige Schiff bewegte sich langsam in Richtung Fahrrinne. Tosender Beifall setzte plötzlich ein, sowohl auf der Nordermole wie auch auf dem Priwallstrand standen die Menschen und applaudierten, dass die Schlepper die Fähre frei bekommen hatten. Manche hüpften und schrien ihre Freude darüber regelrecht heraus, während die Fähre langsam mit dem Heck rückwärts ins Fahrwasser Richtung offene Ostsee geschleppt wurde. Als sie dann wieder komplett im Fahrwasser stand, lösten die Schlepper ihre Trossen und entfernten sich zum Hafen. Nur einer der Schlepper blieb hinter der Fähre um sie dann später in den Hafen zu begleiten. Noch aber sicherte das Wasserschutzpolizeiboot die Hafeneinfahrt ab, bis sich die Fähre ganz allmählich in Fahrt voraus setzte und in Richtung Hafen fuhr. Als sie dann schließlich den Lotsenturm passierte löste sich die Menschenmenge auf der Nordermole langsam auf, ebenso am Priwallstrand. Noch beim weggehen konnte man beobachten wie angeregt über das gerade erlebte diskutiert wurde. Kaum war die freigeschleppte Fähre aus der Hafeneinfahrt verschwunden normalisierte sich der Schiffsverkehr wieder und kaum etwas erinnerte daran, was noch vor wenigen Minuten hier passiert war.
Die Fähre war schon einige Zeit im Hafen verschwunden als ganz allmählich die Strömung in der Badezone am Priwall abnahm und die ersten „Badegäste“ etwas zögernd das Wasser betraten. Die Wachgänger der Wasserwacht am Strand wurden wieder aktiv. Obwohl sie die ganze Zeit auch am Strand anwesend waren, brauchten sie während des ganzen Schleppvorganges nicht einmal eingreifen, keiner kam auf den Gedanken ins Wasser zu gehen. Doch jetzt, nachdem die Fähre nicht mehr da war, gab es ja auch keine Gefahr mehr, meinten sie! Um der veränderten Situation Rechnung zu tragen meldete sich Ines wieder bei Dietmar und Ramona, die immer noch an der Ankerboje festlagen. „72-13 für die 72-o1 kommen!“ Ramona meldete sich umgehend, „72-13 hört, kommen!“ 72-13 wie ist im Moment die Situation bei ihnen?“ fragte Ines und wartete auf die Antwort. Sie brauchte nicht lange darauf warten den Ramona meldete sich nach wenigen Sekunden. „72-01, die Strömung hat stark nach gelassen ist aber noch nicht auf normal Niveau. Allerdings ist die Bodensicht gleich null, dass Wasser ist pechschwarz mit viel aufgewirbelten Seegras und Schwebteilchen, kommen!“ Ines fragte noch einmal nach, „72-13, dass ist verstanden, wie ist ihre Einschätzung, können wir auf gelb umflaggen oder sollen wir noch auf rot bleiben, kommen?“ „72-01, wir empfehlen weiterhin rot, zumindest so lange wie die Sicht so schlecht ist, kommen!“ Antwortete Ramona und hörte noch wie Ines durch gab, „ bitte fahrt den Strand noch mal ab und informiert die Badegäste, wenn sie ins Wasser wollen, Ende mit 72-13!“ „72-01, dass hatten wir eh vor!“ Gab Ramona lachend Ines zur Antwort, die sich darauf ebenso lachend noch mal kurz meldete, „ oh, ihr seid so gut, ich bin so stolz auf euch, Ende mit 72-13!“ Ines nahm das Fernglas und schaute hindurch, sah wie Dietmar und Ramona von der Ankerboje ablegten und sich langsam in Richtung FKK- Strand bewegten, dann suchte sie den Strand nach den Strandstreifen ab. Sie entdeckte Martin etwa in gleicher Höhe wie der Miniturm, Rune war dagegen noch etwas weiter zum FKK- Strand unterwegs. Da bei den beiden nichts Auffälliges aus zu machen war, suchte Ines anschließend den Strand weiter in Richtung Südermole ab. Sie entdeckte Tim J. auf dem Hochsitz sitzend und Annka in unmittelbarer Nähe der linken Badezonenbegrenzung bei einigen Badegästen stehend. Ines legte das Fernglas wieder zur Seite und fragte Anneke und Andreas. „ Was meint ihr, sollen wir rot geflaggt lassen oder können wir auf gelb flaggen? Ich habe ja eben mit Ramona gefunkt und sie meinte, dass wir rot lassen sollten, weil immer noch relativ starke Strömung herrscht und das Wasser dazu noch pechschwarz wäre. Ich würde gerne rot belassen!“ „ Stell dir mal vor, wenn du auf gelb umflaggen würdest, die Badegäste würden es doch so annehmen als wäre fast alles wieder in Ordnung und würden wieder ins Wasser gehen. Das wäre mir zum jetzigen Zeitpunkt doch noch zu Gefährlich!“ Antwortete Anneke. Andreas gab noch zu bedenken, „ Zumal doch die meisten gar nicht wissen, was die Beflaggung bedeutet und zudem auch viele Kinder dann ins Wasser laufen, mir wäre das auch zu Gefährlich, ich würde für heute rot geflaggt lassen!“ „ Dann lassen wir für heute weiterhin das Badeverbot, danke für eure Meinung!“ Sagte Ines zu den beiden und nahm wieder ihr Funkgerät, drückte auf die Taste und sprach mit ruhiger Stimme. „72-03 und 72-04 für die 72-01 kommen!“ Kurz darauf meldete sich Tim J. , „ 72-03 hört, kommen!“ Unmittelbar danach meldete sich Mathis, „ 72-04 hört, kommen!“ Nachdem sich beide gemeldet hatten, sprach Ines weiter; „ 72-03 und 72-04, wir belassen es für heute auf jeden fall bei der rot Beflaggung, mindestens bis Dienstende um 18:00 Uhr!“ Tim J. und Mathis bestätigten beide die Anweisung von Ines und beendeten den Funkspruch mit ihrem jeweiligen Funknamen. Beruhigt doch das Richtige getan zu haben setzte sich Ines auf einen Stuhl vor dem großen Mannschaftszelt und schlürfte genüsslich an einer Tasse Kaffee und lehnte sich zurück. Sie schloss ihre Augen für einen Moment und versuchte etwas zu entspannen, denn dass konnte sie jetzt gut gebrauchen, nach so einem Tag. Anneke schnappte sich erst einmal die leere Kaffeekanne und setzte frischen Kaffee auf und während dieser durch die Maschine lief setzte sie sich zu Ines. Sie war froh, dass sie am heutigen Tag noch nicht mit Andreas als Sannitäter zum Einsatz kamen, so konnten sie hier am Wachturm, Ines gut unterstützen. Jedoch die Ruhe währte nicht lange, schon meldete sich im unverwechselbaren Dialekt Martin der kleine Sachse über Funk. „ 72-01 für die 72-05 kommen!“ Ines nahm ihre Beine vom Potest und setzte sich auf, sah zu Anneke und sagte eher beiläufig mit einem Grinsen zu ihr; „ Martin!“ Anneke lächelte Ines an und hörte dann wie diese, ihm antwortete. „ Die 72-01 hört, kommen!“ „ Mutti, ich habe eben zwei Leuten erklärt warum heute Badeverbot besteht und sie aus dem Wasser geholt. Jetzt sind sie wieder aus dem Wasser raus aber ich bin fast bis zur Hose schwarz geworden, kommen!“ „ Ja, mein Sohn, dass hast du gut gemacht aber warum bist du denn ins Wasser gelaufen. Hättest du sie nicht vom Strand aus, aus dem Wasser rufen können? Und was soll ich jetzt tun?“ Fragte Ines etwas schelmisch und mit einem Lachen im Gesicht. „ Du weist doch, ein Indianer kennt kein Schmerz und so musste ich als Indianer den weißen Mann, na ja eigentlich waren es ja zwei weiße Männer, jetzt aber zwei schwarze Männer aus dem Wasser helfen. Und jetzt dachte ich, du könntest ja deinen Sohn duschen, nach dieser Heldentat, wo er doch jetzt ein schwarz roter Indianer ist, kommen!“ Todernst sprach Martin zu Ines, die es kaum noch vor Lachen aushalten konnte auch Anneke brach in helles Gelächter aus. Ines versuchte sich zu konzentrieren und antwortete so gefasst wie es ging, „ Natürlich werde ich meinen Sohn nachher duschen aber erst muss er noch eine halbe Stunde Dienst ableisten bis Dienstende ist, also pass schön auf! Ende mit 72-05 !“ Obwohl Ines das Gespräch beendet hatte, meldete sich Martin noch mal kurz. „ Na ja dann trocknet das schwarze Zeug eben an mir und ich muss nachher gegen eine Wand rennen, damit es von mir abbröckelt und ich habe dann fürchterlich Aua!“ Anneke, Ines und auch Andreas der dazu gekommen war hielten sich vor Lachen die Bäuche und Ines meinte fast beiläufig; Ja mein Sohn, dafür haben wir ja hier zwei Sannitäter, die dich dann verarzten können! Es dauerte einige Minuten bis wieder einigermaßen Ruhe am Wachturm einkehrte und sich die drei wieder beruhigt hatten. Als sich Ines wieder gefangen hatte rief sie Ramona auf dem Rettungsboot über Funk, „ 72-13 für die 72-01 kommen!“ Ramona meldete sich wenige Sekunden später, „ 72-13 hört, kommen!“ „ Bitte fahrt in den Passathafen und macht Dienstende, kommen!“ „ 72-01 haben verstanden und fahren zum Passathafen, kommen!“ „ Ende mit 72-13!“ Beendete Ines das Funkgespräch mit Ramona, anschließend informierte sie noch alle Wachgänger, den Hochsitz und den Miniturm, das dass Dienstende um 18:00 Uhr angesetzt und die rot Beflaggung über Nacht bestehen bleibt. Dann lehnte sie sich zurück und meinte nur kurz, „ Gott sei Dank, dass war ein Tag!“ So langsam kehrte am und auf dem Strand vom Priwall wieder Normalität ein und nichts erinnerte noch daran, dass hier vor wenigen Stunden Menschenmassen einem ungewöhnlichen Ereignis zusahen, was nicht alle Tage passierte. Dietmar startete das Rettungsboot während Ramona die Bugleine von der Ankerboje löste und einholte. Sie fuhren dann gemeinsam in langsamer Fahrt aus der Badezone hinaus, dort wo noch vor kurzem die 191 Meter lange Fähre festlag. Das Ostseewasser glich noch immer einer schwarzen Kloarge und nicht der Ostsee wie man sie sonst an dieser Stelle kannte. Auch war immer noch eine starke Strömung fest zu stellen, was eine weitere rote Beflaggung rechtfertigte. Sonst erinnerte an die vergangene Havarie nur noch die weiße Badezonen-boje die von der Fähre weit in die Badezone in Richtung Strand versetzt wurde. Im großen Bogen fuhr Dietmar anschließend in die Hafeneinfahrt ein und weiter zum Passathafen. Nachdem sie dort das Boot am Bootssteg festgemacht hatten nahmen sie den Rettungskoffer, Fernglas und die persönlichen Dinge und machten sich auf den Weg zum Wachturm. Zur gleichen Zeit etwa machten sich auch Mathis und Tim W. am Miniturm bereit sich auf den Weg zum Hauptturm zu machen. Sie schlossen die Fenster, entfernten die rotweise Flagge vom Flaggenmast und nahmen den Rettungs- rucksack, die Ferngläser und Funkgeräte, schlossen den Miniturm ab und begaben sich auf den Weg. Rune und Martin hingegen liefen am Strand zum Hochsitz wo sie fast gleichzeitig mit Annka zusammen trafen. Martin holte die rotweise Flagge vom Mast während Rune die Poseidon (Ruderboot) an die Kette legte und das Vorhängeschloss einrasten lies. Annka hingegen packte mit Tim J. den Rucksack vom Hochsitz. Die Ferngläser wurden kurz vom Sand gereinigt und hineingelegt, ebenso die Funkgeräte als auch die rotweise Flagge. Zum Schluss noch die Schlüssel der Poseidon um den Rucksack zu verschließen. Martin nahm sich die Paddel auf die Schulter, Rune die beiden Rettungsbojen und die Rolle mit der Rettungsleine. Tim J. den Rucksack Annka die Getränkeflaschen sowie die Handtücher und so bepackt machten auch sie sich auf den Weg zum Wachturm. Es war kurz nach 18:00 Uhr als auch Andreas vom Hauptturm die Leiter hinunter kam um am Flaggenmast die rotweise- und auch die Wasserwachtflagge einzuholen. Er legte sie fein säuberlich zusammen um sie anschließend in der Küche, in der dafür vorgesehenen Schupplade zu verstauen, dann setzte er sich neben Ines. Klopfte ihr anerkennend auf die Schulter und sagte, „ Na Ines, haben wir’s geschafft, hat doch alles gut geklappt, denke ich mal oder siehst du es anders?“ „ Ich werde gleich noch etwas dazu sagen, wenn alle hier am Turm sind aber ich bin sehr zufrieden!“ Antwortete Ines während sie von Andreas zärtlich gedrückt wurde. Minuten später kam Ramona und Dietmar am Hauptturm an und Dietmar gab Ines das Funkgerät zurück, dann ging er in die Küche öffnete den Hochschrank, verstaute das Fernglas und nahm den Ordner mit den Logbücher für die Rettungsboote heraus und ging damit ins Mannschaftszelt. Unterdessen verstaute Ramona die Schwimmwesten im Materialcontainer und den Rettungskoffer im Sanitätscontainer, schließlich ging auch sie zum Mannschaftszelt und setzte sich neben Dietmar. Er war dabei die Eintragungen im Logbuch vorzunehmen und nachdem er damit fertig war, brachte er den Ordner zurück zum Hochschrank wo er ihn dann verstaute. Fast gleich- zeitig trudelten Mathis und Tim W. vom Miniturm und Annka, Tim J., Martin und Rune am Hauptturm ein. Sie räumten ihre Ausrüstungsteile auf und saßen wenig später vor dem Zelt oder legten sich noch etwas in die Abendsonne. Ines nahm die Gelegenheit war stand auf und sagte; „ ich möchte gern noch etwas sagen bevor ihr hier wieder alle durcheinander wuselt und jeder etwas anderes tut, denn das geht euch alle an!“ Alle drehten sich zu ihr unterbrachen ihre Tätigkeiten oder Unterhaltungen und sahen sie gespannt an. „ Also heute Morgen als ich aufgestanden bin und gesehen habe dass in unserem Strandabschnitt dieses riesige Schiff festlag, habe ich gedacht, dass wird ein schwerer Tag für uns alle. Dietmar so etwas machst du nie wieder mit uns, sonst gibt es Haue!“ Frozelte Ines mit einem Lachen im Gesicht bevor sie weiter sprach. „ Doch Spaß bei Seite, ich bin mächtig Stolz auf jeden von euch! Jeder hat heute mehr als sein Bestes gegeben und alle haben wir ohne Ausnahme an einem Strang gezogen. Ich möchte mich hiermit bei jeden einzelnen Bedanken, denn ohne euren Einsatz, selbst wie wir das Mittagessen unterbrechen mussten, wäre dass heute mächtig in die Hose gegangen, vielen Dank dafür! Es hat trotzdem noch viel Spaß gemacht und das ist auch zum großen Teil euer Verdienst auch was die Funk- Disziplin angeht, keiner ist aus dem Rahmen gefallen! Jetzt wünsche ich euch einen schönen Abend und jetzt machen wir erst einmal Abendessen!“ Ines ging anschließend zu jeden einzelnen bedankte sich und drückte ihn herzlich. Anneke hingegen gab aber noch etwas zum bedenken, „ Ines, was wir für diesen Tag tun konnten haben wir getan. Aber wenn du nicht gewesen wärst, der das alles so gut koordiniert hat, hätten wir nicht so gut arbeiten können! Also auch ein dich ein ganz tolles Dankeschön, dass alles so gut gelaufen ist!“ Alle Beteiligten standen auf und applaudierten Ines für ihren Einsatz! Schließlich wurde gemeinsam das Abendessen vorbereitet und setzte man sich gemeinsam zusammen an den großen Tisch im Mannschaftszelt um dieses einzunehmen. Selbst beim Abendessen und auch danach, war der vergangene Tag das Gespräch der ganzen Wasserwachtgruppe am Wachturm auf dem Priwall bei Travemünde.

ich hoffe ihr habt nun einen kleinen Einblick in die Tätigkeit der Wasserwacht bekommen.

lieben Gruß Dietmar
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Kälte........... Oct 21, 2009 4:24 am
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Hallo alle zusammen,
das letzte Wochenende ging wie im Flug vorbei und am Sonntag abend rauchte mir der Kopf gewaltig.Dann kam ich nach Hause und wunderte mich das es so kalt in meiner Wohnung war.Die Heizungstherme war ausgefallen,na toll!Erst Heute am Mittwoch kam der Monteur und erlöste mich endlich.Es gibt nichts schlimmeres als wenn man in der eigenen Wohnung friern muß,jetzt genieße ich wieder wollige wärme,Gott sei Dank.
Am nächsten Samstag geht es dann wieder zum letzten Mal für dieses Jahr auf den Priwall/Travemünde um die Arbeiten zu beenden.Da werde ich dann wieder meine Kochkünste zum Besten geben.Am Sonntag dann ist Sandienst beim Lübeck- Marathon angesagt,ich hoffe nur das es nicht ganz so kalt wird wie letztes Jahr.
Die Untersuchungen die noch anliegen sind erst einmal bis nächste Woche jedenfalls ausgesetzt.Der Internist will erst mit meinem Hausarzt sprechen,was aber erst nächste Woche möglich ist,weil er bis dato in Urlaub ist.Warum er das will weis ich nicht,er hat jedenfalls den OP- Bericht aus Hannover gelesen und möchte nun mit meinem Hausarzt darüber sprechen.Ich hoffe nur,dass da nicht wieder etwas negatives dabei raus kommt,ich laß mich überaschen.
Morgen werde ich hier im Blog eine Geschichte rein stellen die tatsächlich dieses Jahr passiert ist und auch in den Nachrichten gekommen ist.Die Fährenhavarie in Travemünde.Ich habe dies zum Anlas genommen eine Geschichte über die Wasserwacht auf dem Priwall zu schreiben.Ich hoffe natürlich das sie euch genauso gefällt wie die Märchen die ich geschrieben habe!

So wünsche ich euch allen einen schönen Mittwoch

lieben Gruß Dietmar
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Dank und Freundschaft Oct 16, 2009 10:15 am
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Hallo alle zusammen,
vielen Dank für die Grüße und die aufmunderten Worte zum letzten Blog!Wespi und Ellen,wir kennen uns jetzt schon so lange und immer habt ihr zu mir gestanden und die richtigen Worte für mich gehabt.Damals in Potsdam haben wir uns persönlich kennen gelernt und da habt ihr mich zumindest teilweise auch mal anders erleben dürfen.Ich hoffe das wir das in nicht zu ferner Zukunft wieder einmal erneuern können,ich würde mich sehr darüber freuen.
Sigi,ich denke auch oft an den Tag,den ich mit dir mal verbringen durfte,ein unvergesslicher Moment den ich nicht missen möchte.Er hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und dir einen Platz in meinem Herzen eingebracht!

Wenn ich das Wetter betrachte,bleibt nur zu sagen das der Sommer unwiederruflich vorbei ist und ich den Tagen nachtrauere,wo ich auf dem Priwall meinen Dienst und Zeit verbracht habe.Es hat dazu beigetragen,die Zeit zu überbrücken bis zur OP.Jetzt stehe ich wieder fast an der gleichen Stelle und warte,auf die Tage die wieder auf mich zukommen werden.Zwischenzeitlich war ich am Wochenende wieder auf dem Priwall in Travemünde,nicht um Wachdienst abzuleisten.Sondern jetzt im Herbst stehen einige Arbeiten am Wachturm und dem Gelände um in herum an für die während des Sommers keine Zeit ist.Ich kann rein körperlich nicht bei diesen Arbeiten mithelfen aber ich koche für meine Kameraden,damit sie mir nicht vom Fleisch fallen.Es ist eben nur ein kleiner Beitrag von mir aber ich denke das es ein guter ist auch wenn ich nicht mithelfen kann.Und nun werde ich noch den Herbst bis Anfang November dazu nutzen einen Sanitäterkurs zu besuchen,einfach nur um etwas machen,was auch sinnvoll ist und es bringt mich wieder auf andere Gedanken.Naja Morgen ist es dann wieder soweit,da dieser Kurs immer nur am Wochenende statt findet.
So wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende

lieben Gruß Dietmar
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Enttäuscht Oct 14, 2009 6:05 am
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Hallo alle zusammen,

ja ich bin wieder zurück aus Hannover,das bin ich allerdings schon drei Wochen,ich brauchte erst einmal die Zeit um mir über einiges klar zu werden!
Zuerst einmal, der Bericht von der OP.Sie ist nicht so gelaufen wie es besprochen war!Es wurden einige böse Verwachsungen entfernt was gut fünf Stunden gedauert hat.Die Magenrückwand war zum Beispiel mit der Leber und der Milz verwachsen,jetzt ist das zumindest wieder gelöst.Allerdings wurde dann die OP vorzeitig abgebrochen als es zur eigentlichen Sache gehen sollte.Mir wurde erklärt es wurde aus Sicherheitsgründen abgebrochen.Das heißt letztendlich,dass die Refluxe nach wie vor bestehen und die Schmerzzustände nicht ab, aber dafür zugenommen haben,so dass der Zustand nach dieser OP schlimmer sind als vorher.Ausserdem habe ich jetzt auch noch zusätzlich nach dem Essen erhebliche Schmerzen,die es vorher nicht gab.
Was mich so maßlos ärgert ist,die Ärzte hatten ein ganzes halbes Jahr Zeit sich auf diese OP vorzubereiten,sie wußten doch was auf sie zukommt!Ich bin übermaßen enttäuscht!
Jetzt sieht es so aus,dass es eine erneute OP geben wird,nur wann weis ich im Moment noch nicht.Es ist auch klar,das es eine OP sein wird die einen großen Bauchschnitt unumgänglich machen wird,eventuell wird sie in Frankfurt/Main durchgeführt werden.So ist der Stand zumindest zur Zeit.Jetzt werde ich hier in Lübeck, mal wieder eine HP- Bestimmung und eine Druckmanemetrie durchführen lassen und dann werden die Werte nach Frankfurt geschickt die dann entscheiden werden ob sie die erneute OP durchführen werden.Die erneuten Werte und der OP- Bericht aus Hannover sind dann ausschlaggebend.

Nun geht das ganze Spiel von vorne los..........irgentwie bin ich nur noch sprachlos und verbittert.Ein Szenario was mittlerweile dreißig Jahre dauert und scheinbar kein Ende nehmen will!Ich komme mir vor wie ein Spielball der Ärzte, wem soll ich noch vertrauen?

an euch alle liebe Grüße

Dietmar
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